Sommer, Sonne, ab in den Garten. Sobald die Temperaturen es zulassen werden die Grillzangen gezückt und Feuer gemacht. Hier meine 7 Lieblings-Tips für grüne Grillerei oder ‘Schatz, ich will was aufs Feuer schmeißen’ in nachhaltig.

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1. Elektrogrill statt Holzkohle

Okay, ich gebs zu – ohne offenes Feuer, züngelnde Flammen und wabernde Rauchwolken die in die Augen beißen leidet die Grill-Stimmung vielleicht etwas. ‘Weib schau , ich hab Feuer gemacht’ – weckt anscheinend die Urtriebe des Mannes. Aber die Vorteile liegen auf der Hand: man spart CO2 ein, ist immer einsatzbereit  und es geht schneller los mit dem Grillvergnügen. Ausserdem kann man bei Regen in der Küche grillen und auch für den Mini-Balkon ist der Elektrogrill super geeignet. Anders als beim Grillen mit Holzkohle kann man den Elektrogrill direkt abschalten und abkühlen lassen – Holzkohle glüht ja noch lange nach dem essen nach, da meist zu viel genommen wird. Aber das wichtigste: Geschmacklich stehen die E-Würstchen den konventionellen in nichts nach.

2. FSC-Holzkohle

Auf dieses Siegel sollst du achten! Bild (c) FSC

Es ist ja nicht immer eine Steckdose in der Nähe. Wenn’s also doch das Holzkohlefeuer sein soll, dann auf jeden Fall Holzkohle mit dem FSC Logo kaufen. Gibt es mittlerweile von 40 Herstellern. FSC steht für ‘Forest Steward- ship Council’ und kennzeichnet Holzprodukte, die aus ökologisch verträglicher Waldwirtschaft und nicht aus Raubbau stammen. Laut WWF ist das FSC-Siegel das derzeit einzige internationale Zertifizierungssystem, das eine umweltverträgliche und sozial verantwortliche Nutzung der Wälder garantiert. Besonders umweltfreundlich ist Holzkohle, die aus heimischen Hölzern hergestellt wird, die bei der Durchforstung der Wälder anfallen.

3. Richtig anfeuern

Bloß keinen Spiritus als Brandbeschleuniger verwenden – ungesund und zu gefährlich! Dafür gibt es schon längst ökologische Grillanzünder, z.B. den hier von ‘If you care’ der in Deutschland über Seitenbacher (“Seidebacher – die machen net nur desch Müasli, sondärn och de Grill an!”) vertrieben wird, der besteht aus FSC Holz und gentechnikfreiem Pflanzenöl.  Ein Grillstarter/Anzündkamin leistet auch sehr gute Dienste – mit etwas Papier anstecken und die Kohle in der engen Röhre schnell durchglühen lassen, mehr braucht’s nicht.

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4. Be (more) Veggie

Grillen muss nicht immer eine pure Fleischorgie sein – und es gibt so viele Gründe weniger Fleisch zu essen. Es ist super für die Gesundheit – 2003 z.B. wurde in den USA der ‘meatless monday’ als Gesundheitskampagne wiederbelebt (im ersten Weltkrieg eingeführt um die Versorgung der Truppen zu gewährleisten) um den Verzehr gesättigter Fette und die Gefahr damit einhergehender Krankheiten zu reduzieren. Fleischverzicht ist Tierschutz – wenn man sich industrielle Massentierhaltung genauer anschaut bleibt einem eh das Steak im Hals stecken. Weniger Fleisch bedeutet auch ein kleinerer Carbon-Footprint und damit aktiver Klimaschutz. Alex und ich sind nach einem nicht ganz so erfolgreichem Vegetarier-Versuch zu ‘weekday-veggies’ geworden (wir essen nur am Wochenende Fleisch). Also grill Bio-Gemüse (Spargel, Zucchini, Tomaten, Kartoffeln eignen sich hervorragend), versuch dich an ner Tofuwurst, iss dich satt an einem großen Salat und Brot. Wenn der Tisch reich gedeckt ist mit veggie-krams reichen je eine Bratwurst und ein Stück Fleisch pro Person – lieber weniger und dafür in super-bio Quälität aus der Region.

5. Rauf auf den Grill . . . äh, ab in die Schale

Wenn Fett in die glühende Holzkohle tropft, entsteht das giftige Benzopyren und kann ins Grillgut gelangen. Dann kanns schon mal vorkommen, dass das lecker Bauchfleisch den gleichen krebserregenden Effekt hat wie 600 Zigaretten. Grillschalen (oder ein Elektro-Grill . . .) verhindern das Fettgetropfe – aber dann bitte gleich die Dauer-Grillschale aus Edelstahl und nicht die einmal-und-dann-wegschmeiß-Alu-Variante. Es geht übrigens auch mit Steinplatten aus Speckstein, einem alten Backblech  oder wickel das Grillgut in große Blätter ein, z.B. Feta-Käse in Kohl oder Rhabarber.

6. No more Plastik auf dem Tisch

Große Grillparty mit all deinen Freunden – wo nehm ich nur genügend Teller und Gläser her? Jetzt bloß nicht Einweg-Plastikgeschirr kaufen. Der Müllberg lässt sich vermeiden und deine Freunde haben doch echt was besseres verdient. Also leih dir das fehlende Geschirr bei netten Nachbarn oder Mutti – oder lass einfach deine Freunde jeder sein eigenes Geschirr mitbringen. Dann kommen sie auch alle schnell wieder (um das saubere Geschirr wieder abzuholen) – oder sie nehmen Ihr Geschirr nach dem Grillen gleich wieder mit und du mußt weniger spülen. ;)

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7. Das große Reinemachen

Wenn alle Gemüsespieße aufgegessen und alle Bäuche gut gefüllt sind bleibt man meist allein für das große Reinemachen.  Das Geschirr kommt ab in die Spülmaschine – fertig. Ne, was ist mit dem Grillrost – das schreit doch nach anstrengendem Geschrubbe und aggresiven Reinigern. Oder? Falls ihr brav mit Grillschalen gearbeitet habt macht es sich jetzt gleich nochmal bezahlt, denn so dreckig dürfte euer Rost nicht sein. Einfach den lauwarmen (nicht heißen!) Rost feucht abwischen. Auf keinen Fall sollte man das Reinigen auf den nächsten Morgen schieben, denn wenn die eingebrannten Fleisch- und Fett-Reste erst mal eingetrocknet sind wirds wirklich die Plackerei mit der Drahtbürste. Backofenreiniger funktionieren auch sollten aber als Chemie-Keule allerletzte Wahl sein. Zuerst mit Apfelessig probieren: 200 ml Apfelessig mit 2 EL Zucker mischen und den noch heißen Grillrost damit besprühen. Nach dem Abkühlen lassen sich die Verschmutzungen leicht lösen.

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