Es gibt sie ja seit einiger Zeit: Verpackungsfolien, Biomüllsäcke und Plastiktragetaschen die kompostierbar sind. Mittlerweile wird ja immer mehr aus Biokunststoffen hergestellt – Plastikbestecke, Partygeschirr, Lenkräder, Kugelschreiber.

Doch wie grün sind diese Biokunststoffe wirklich?

Von der Pflanze zum Kugelschreiber

Konventionelle Plastikmaterialien werden aus Erdöl hergestellt. Biokunstsstoffe basieren auf nachwachsenden Rohstoffen wie Stärke, Milchsäure und Zellulose – also werden dafür Mais, Zuckerrüben oder Bäume gebraucht, die meist mit mineralischen Düngemitteln – aus Erdöl – zum Wachstum angetrieben werden. Das ist das gleiche Problem wie beim Agro-Treibstoff E10. 

(CC) Flickruser Moriza

Dazu ist die Herstellung von Bioplastik sehr energieintensiv und mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden, daher lässt sich im Vergleich zu konventionellen Kunststoffen auch keine wesentlich bessere Ökobilanz nachweisen.

Kugelschreiber in der Biotonne?

Laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist Problem mit der Kompostierbarkeit von Biokunststoffen: es gibt noch keine Sortiertechnik, die Biokunststoffe von anderen Plastikprodukten unterscheiden könnte. Alles, was wie Plastik aussieht, wird in der Mülltrennung also aus der Biotonne aussortiert und geht ab in die Müllverbrennung.

Solange kompostierbare Kunststoffe neben erdölbasierten Kunststoffen im Umlauf sind, werden sie auch wie erdölbasierte Kunststoffe behandelt und entsorgt, jedenfalls von der Müllabfuhr und MVA der Stadt.

Komposthaufenbesitzer sind mal wieder im Vorteil, denn die können dem Biokunststoff beim Verotten im Garten zuschauen. Und dann hinterher mit dem Kompost neue Pflanzen düngen. Cradle-to-Cradle.

Das Beste Prinzip ist wohl immer noch Müll vermeiden – lass Plastiktüten einfach generell links liegen und nimm die Jute zur Hand. Langlebige Behältnisse wie Stoffbeutel, Netze oder auch Glasbehälter zum Einkauf von Lebensmitteln weisen erheblich bessere Umweltbilanzen auf.

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