Es gibt nichts besseres als ein großes Glas kaltes Wasser, wenn man richtig durstig ist. Die Selbstverständlichkeit von leckerem Trinkwasser, das man direkt aus dem Hahn trinken kann hab ich so richtig aber erst auf unserer Europa-Rund-Reise Ori10k schätzen gelernt. Am Anfang war noch alles super – aber dann, kurz nach Nordfrankreich war es da – gechlortes Wasser aus dem Hahn.

Ich hab mich richtig schwer getan mir mit dem Wasser die Zähne zu putzen – geschweige denn es zu trinken. Wir haben uns an Tankstellen und Supermärkten mit stillem Mineralwasser eingedeckt – und das in Ländern wo es noch nicht mal ein ordentliches Pfandsystem zur Rückführung und Recycling der PET-Flaschen gibt. Glücklicherweise war das nur ein kurzer Abschnitt der Reise, denn ich weiß nicht, ob ich mich jemals an so gechlortes Leitungswasser gewöhnen könnte. Das weckt einfach Erinnerungen an den Schwimmunterricht in der Grundschule – und daran will ich nicht denken, wenn ich in der Küche stehe und Pasta koche.

Flickr User Straws pulled at random

Das waren die zwei Dinge auf die ich mich am meisten nach Ori10k gefreut habe: endlich wieder selber kochen und einfach gutes Leitungswasser trinken. Wir trinken zuhause schon lange nur noch Leitungswasser – die ganze Schlepperei mit Getränken hat mich immer genervt – erst einkaufen (Schlepperei) dann steht alles in der Küche rum und dann den Pfand wegbringen (schon wieder Schlepperei).

Ich erinnere mich noch an die Besichtung des Wasserwerks in unserem Stadtteil (das war in der Grundschule) – wo uns ein netter Mensch erklärt  hat warum Leitungswasser eine bessere Qualität hat als viele Mineralwasser: Leitungswasser wird mindestens täglich untersucht und getestet um Verunreinigungen auszuschließen. Mineralwasser wird einmal im Jahr getestet, wenn ich mich richtig erinnere.

(c) THe_Brit2 on Flickr

Seit dieser Besichtigung habe ich eigentlich angefangen zuhause fast immer nur Leitungswasser zu trinken – bis ich vor 10 Jahren umgezogen bin. Man weiß ja erst was man verloren hat wenn’s zu spät ist. Jedenfalls sagte mir mein neues Leitungswasser für den puren Genuss gar nicht zu – da bin ich auf Tee umgestiegen. Glücklicherweise bin ich nach einem Jahr wieder umgezogen und hab wieder leckeres Krahnenberger!

Aber ach! Gestern hatte mein Süßer einen Termin und nahm die Glasflasche, die sonst immer neben unserem Bett steht mit – und prompt ist sie das erste Mal aus dem Haus geht sie auch zu Bruch beim Versuch aus dem Auto zu fliehen um die große weite Welt zu sehen. Kann ich aber auch verstehen – wir haben sie viel zu lange eingesperrt. PET Flaschen sehen in ihrem kurzen Leben viel mehr von der Welt und kommen weit rum. Ein ganz tolles Video von ‘The Story of Stuff Project’

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