Mann, ist das hier in OWL mal wieder nass-kalt geworden – fühlt sich an als hätten wir den Sommer übersprungen und wären direkt nach dem krassen Winter wieder in den Herbst geruscht. Gestern im Radio (und ich hoffe immer noch ich hätte mich verhört) wurde sogar behauptet über 700 m würde auch Schnee fallen. (ich bin ja jetzt nicht so ein treuer Wetterbericht-Lauscher – eher so Klamotten anziehen nach Laune und dann fluchend frieren…oder nass werden) also kanns auch sein, das das die Wettervorhersage für Norwegen war – nagelt mich lieber nicht darauf fest, denn ich habe nur mit einem  halben Ohr mitgehört.

Die Frage ist doch: warum ist das plötzlich wieder so kalt geworden? Kann das mit dem Ausbruch von Eyjafjallajökull auf Island zusammenhängen und wie?

Global Dimming ist hier das magische Stichwort. Das erste mal gehört  von Global Dimming (=globale Verdunklung) habe ich im Zusammenhang mit einer Studie von einem USAmerikanischen Wetterforscher kurz nach 9-11. Das war nämlich das erste mal, dass der Flugraum über Nordamerika für längere Zeit (=3 Tage) gesperrt wurde. Der neugierige akademische Wetterfrosch wollte herausfinden wie sich der fehlende Flugverkehr auf das Wetter auswirkt und hat die Temperaturdifferenz  zwischen den Tages- und Nachts-durchschnittstemperaturen verglichen mit den Daten aus normal flugbetriebenen Tagen. und siehe da: das Ergebnis war ein deutlich größerer Unterschied zwischen den Durschnittstemperaturen (naja, eigentlich 1,1 °C, das klingt jetzt vielleicht wie pillepalle aber so ein großer Temperaturunterschied war in den vorherigen 30 Jahren noch nie gemessen worden!!!)

Woran lags?

Flugzeuge bilden Kondensstreifen – künstliche Wolken – die die Sonneneinstrahlung in der Atmosphäre reflekieren (weniger Sonnenlicht kommt auf der Erde an) und dadurch kühlt sich die Atmosphäre ab, es gibt weniger Verdunstung (Böden trocknen weniger aus) und weniger Regen (obwohl es mehr Wolken gibt).  Global Dimming kühlt also unsere Erde ab – und ist damit ein Gegenspieler des Global Warmings.

Und tadaa: das gleiche können die Wolken und Partikel, die von Vulkanen ausgestossen werden – sie reflektieren das Sonnenlicht bevor es unsere kalten Füsse erreicht, damit kühlt sie die Atmosphäre ab und es wird kalt, kälter, brrrr.  Bis in die Mitte der 80er wurde das Global Dimming vor allem durch die stetig ansteigende Luftverschmutzung (Abgase/Partikel) beeinflusst, seitdem nimmt das Global Dimming eher ab – durch den Einsatz von Filtern usw.  (So ne Aschewolke ist ja eigentlich auch nichts anderes als Luftverschmutzung – nur diesmal nicht von einem Fabrikschlot ausgestossen) . Wenn ein Vulkan genug Asche austösst kann auch ein ‘vulkanischer Winter’ (nette Umschreibung für eine Eiszeit…) die Folge sein – eine extreme Abkühlung des Klimas infolge vulkanbedingtem Global Dimmings.

Der Ausbruch von Eyjafjallajökull ist vielleicht noch nicht gross genug um langfristig das Wetter abzukühlen – der gefährlichere Vulkan für einen vulkanischen Winter ist der Supervulkan Yellowstone im Yellowstone-Nationalpark (USA) – und das Szenario das sich bei dem Ausbruch abspielen könnte wurde auch schon als Docufiction auf die Leinwand gebannt.

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